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Musiklegende Georg Danzer verlor Kampf gegen den Krebs
22.06.2007 - 16:26 von Spike


"Jö schau": Wer bei diesen zwei Worten nicht an einen nackten Besucher im legendären Café Hawelka denkt, ist entweder sehr jung oder Total-Verweigerer österreichischer Popmusik: Mit dem gleichnamigen Song hatte "Der Danzer" zweifellos ein Stück Austropop-Geschichte geschrieben, und die insgesamt 40 Alben seiner Karriere machten ihn zu einer fixen, viel geachteten Größe der heimischen Musikszene. Am 7. Oktober 2006 war der von seinen Freunden und Fans liebevoll "Schurl(i)" genannte Künstler 60 Jahre alt geworden, im September 2006 gab er bekannt, an Lungenkrebs erkrankt zu sein. Der Wiener nahm den Kampf mit der Krankheit mutig auf, wollte "100 Kilo Widerstandskraft entgegensetzen", vergebens: Wie nun aus dem Freundeskreis Danzers der Kleinen Zeitung bestätigt wurde, hörte Donnerstag das Herz des Musikers auf zu schlagen, Österreich hat einen wahrlich großen Künstler verloren.

Echter Wiener. Danzer wurde am 7. Oktober 1946 in Wien geboren. Mit dreizehn beginnt er nicht nur zu rauchen (der Kettenraucher hörte erst vor etwa drei Jahren mit dem Laster auf), sondern auch Gitarre zu spielen. Seine erste Single, "Vera", erscheint 1968. Erfolge feiert Danzer jedoch zuerst als Songschreiber für Wolfgang Ambros, Marianne Mendt oder Wilfried. Die Single und gleichnamige LP "Tschik" sorgen für Aufmerksamkeit, und nach den weiteren LPs "Honigmond" und "Der Tätowierer und die Mondprinzessin" veröffentlicht Danzer einen Song, der bis heute nachwirkt: Die Hawelka-Hymne "Jö schau" erscheint 1975 und wird im Jahr darauf vergoldet.

Legende. Das Lied brachte neben Danzer auch dem Café bisher unerreichte Bekanntheit - und der Legende nach nicht nur Freude bei der Kaffeehausbesitzerin Josefine Hawelka und Danzer. Doch Danzer widersprach: "Das glaub' ich nicht. Nach dem ersten Hunnensturm, wo in Bussen die Leute aus der Provinz gekommen und mit Gummistiefeln durch das Lokal gewandert sind, hat sich der Rummel wieder gelegt. Wann immer ich ins Hawelka kam, war Frau Josefine ausnehmend nett zu mir", sagte der Sänger einmal in einem Interview.

Mehr über Georg Danzer erfährt ihr auf seiner Homepage:
http://www.georgdanzer.at/


Quelle: http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/kultur/226455/index.do
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